Fastenprojekt Vergebung 3. Fastensonntag

Den eigenen Gefühlen nachspüren

Am Wochenende des 16./17. März (2. Fastensonntag) haben wir damit begonnen mit möglichen Wegen zu Vergebung und Versöhnung zu beschäftigen. Was der Inhalt des ersten Teils des Projekts war, kann hier auf unserer Webseite unt dem eigenen Beitrag über das Fastenprojekt Vergebung in Navis nachgelesen werden. Hier geht es jetzt weiter mit den Inhalten des 3. Fastensonntags.

 

Der erste Schritt der Gedanken des Projekts bestand in der Feststellung, dass es kein Leben ohne Kränkungen gibt, und dass wir oft anderen etwas nachtragen, worunter oft wir selbst mehr zu schleppen haben als die anderen. Nun wollen wir unseren Blick auf das richten, was Kränkungen in uns auslösen können. 

 

Lesen Sie dazu einen Erfahrungsbericht aus Melanie Wolfers Buch "Die Kraft der Vergebung".

 

Wenn wir gekränkt werden, mindert das unser Selbstwertgefühl. Wir werden angegriffen und abgewertet. Das ist nicht angenehm und tut weh. Wir fühlen Schmerz, Wut, Scham, Angst oder Ohnmacht. Bei jedem Menschen ist das etwas unterschiedlich. Aber oft verdrängen wir diese ersten Gefühle schnell und beginnen stattdessen gleich zu Klagen, Rachepläne zu schmieden oder uns selbst Vorwürfe zu machen.

 

Dabei ist es ganz wichtig, den eigenen ersten Gefühlen nach einer Kränkung Raum zu geben. Ihnen nachzuspüren, sie sein zu lassen. Denn das Zulassen der Gefühle hilft dabei, dass man nicht in der Kränkung stecken bleibt.

 

Unsere Impulsfragen, die man am Ende des Gottesdienstes mit nach Hause nehmen kann, wollen dabei helfen, in unseren jeweils eigenen Situationen nachzuspüren, welche Gefühle Kränkungen im eigenen Leben mehr oder weniger auslösen. Folgender Fünferschritt kann beim Nachspüren helfen:

 

1. Die Gefühle wahrnehmen, vielleicht sogar neu spüren lernen

2. Die Gefühle benennen und sie zu verstehen versuchen

3. Die Gefühle akzeptieren als etwas ganz natürliches und hilfreiches, selbst wenn sie als „negativ“ gelten

4. Überlegen, wie ich mit den Gefühlen umgehen will – Wie kann ich z.B. meinen Ärger auslassen, ohne durch einen unkontrollierten Wutausbruch anderen zu schaden?

5. Das Überlegte in die Tat umsetzen.

 

Impulsfragen:

  • Mit welchen Gefühlen reagiere ich, wenn ich gekränkt werde?
  • Wie lange bin ich wegen einer Sache schon wütend oder voller Hass: Tage, Monate, Jahre? Hat sich meine Wut im Laufe der Zeit gesteigert oder ist sie schwächer geworden?
  • Gibt es im Zusammenhang mit Kränkungen Augenblicke, in denen ich mich am liebsten vor anderen oder auch mir selbst verstecken möchte, um nicht gesehen zu werden?
  • Habe ich mich nach einer Kränkung völlig ohnmächtig und hilflos gefühlt?