Vergeben

Texte und Fragen zum Nachdenken in der Fastenzeit - ein Projekt in der Pfarre Navis

Bei den Gottesdiensten in den nächsten Wochenende werden wir den Gefühlen nachspüren, die Kränkungen bei uns auslösen, wir werden uns mit den verletzenden Personen und deren Absichten auseinander setzen und uns darüber Gedanken machen, warum wir nicht vergeben können bzw. was wir gewinnen, wenn wir vergeben und was uns dazu verhilft, vergeben zu können.

 

 

 

Im Rahmen des LIVT-Kurses in St. Michael haben wir in Gesprächen festgestellt, dass es fasst überall sogenannte "Altlasten" gibt - ungeklärte Situationen, Missverständnisse, Kränkungen, ... - deren Bearbeitung wie ein Frühlingsputz wirken könnte.

Wenn man etwas Neues beginnt, ist es immer gut zu schauen, wo man gerade steht und ob vielleicht noch etwas "Altes" entsorgt werden sollte. Wir waren der Meinung dass das Thema Kränkungen und Vergebung gut in die Fastenzeit passt und haben deshalb beschlossen, uns in den Gottesdiensten der Fastenzeit damit zu beschäftigen.

Wir möchten uns auf den Weg machen, um Wegweiser zu finden, die uns auf einen heilsamen Weg bringen können. Dabei haben wir uns an das Buch von Melanie Wolfers mit dem Titel "Die Kraft des Vergebens" angelehnt.

 

 2. Fastensonntag - 16./17. März 2019 - Was es kostet, nicht zu vergeben.

Eine Tatsache ist wohl für alle gültig - es gibt kein Leben ohne Kränkungen. Ob absichtlich oder unbewusst - immer wieder kränken wir andere Menschen und werden gekränkt. Verletzungen kommen in jedem Lebensbereich vor. Besonders schmerzlich ist es, wenn sie in familiären, Freundschafts- oder Liebesbeziehungen passieren, wenn zum Beispiel persönliche Geheimnisse ausgeplaudert werden oder das Vertrauen anderwertig missbraucht wird, wenn Angehörige gedemütigt, ausgelacht, nicht angehört werden oder wenn nötige Hilfestellung oder Unterstützung nicht gewährt wird.

Immer wieder kommt es auch im Berufsleben zu Kränkungen - die meisten von uns waren wahrscheinlich mit Mobbing, Gerede, fehlenden Informationen, unfairer Kritik, Sexismus, ungerechtem Lohn oder anderem schon konfrontiert.

Kinder sind Kränkungen besonders schutzlos ausgeliefert. Wenn ein Kind andauernd beschimpft oder entwertet, zurückgesetzt oder vernachlässigt wird, kann eine schwere Verwundung seiner Seele die Folge sein.

Auch Strukturen können tief verletzen, zum Beispiel Benachteiligung aufgrund von Geschlecht, Herkunft oder Hautfarbe.

Je nach Persönlichkeit und eigenen Erfahrungen reagieren wir ganz unterschiedlich darauf: Wütend und zornig mit darauf folgenden Rachegedanken und gehen dann zum Angriff über oder wir ziehen uns beleidigt zurück und verweigern jede weitere Kommunikation.

 

Wir stellen uns jetzt die Frage, was es kostet, nicht zu vergeben. Dazu eine Geschichte:

 

 "Was es kostet nicht zu vergeben" von Melanie Wolfers aus dem Buch "Die Kraft des Vergebens: Wie wir Kränkungen überwinden und neue lebendig werden!", Herder Verlag

 

Hier einige Impulsfragen dazu:

  • Welche Kränkungen habe ich in meinem Leben erlitten?
  • Waren es eher Worte oder Blicke oder Handlungen, die mich besonders gekränkt haben?
  • Sind die Kränkungen in meiner Familie, im Berufsalltag, im Vereinsleben, in der Pfarre oder in einem anderen Bereich geschehen?
  • Welche Steine trage ich anderen nach?

 

Bei den Gottesdiensten in den nächsten Wochenenden werden wir den Gefühlen nachspüren, die Kränkungen bei uns auslösen, wir werden uns mit den verletzenden Persoenn und deren Absichten auseinandersetzen udn uns darüber Gedanken machen, warum wir nicht vergeben können bzw. was wir gewinnen, wenn wir vergeben und was uns dazu verhilft, vergeben zu können.